Der etwas andere Verein rund um den französischen Nationalsport

 

Letzte Änderung: 26.08.2015, 17:oo Uhr  
 

 
 



 




 

 
Vorbei mit Boule, bienvenu à la Pétanque

von Dieter Hochdörffer

Es gab schon Anfragen, warum die Seite von Palatinat-Pétanque in den letzten Wochen nicht mehr aktualisiert wurde. Um es kurz zu machen. Die Seite wird in den nächsten Wochen sterben

Mit der Spieltagabsage der rheinland-pfälzischen Ligen wegen der großen Hitze, entwickelte sich, unter anderem in Facebook, eine zum Teil sehr heftige Debatte. Ich selbst gehörte zu den absoluten Befürwortern und konnte die Entscheidung es Landesvorstand sehr gut nachvollziehen und verstehen. Diese Meinung tat ich auch in einer Facebook-Diskussion kund. Einige andere konnten die Entscheidung überhaupt nicht verstehen. Sie argumentierten mit, nach meiner persönlichen Meinung, sehr dünnen Argumenten. Letztendlich wurde wegen dem persönlichen Terminplan und Planung gejammert. Alles andere erschien mir und nicht nur mir, nur vorgeschoben. Ein Verständnis das Kranke und ältere Spieler bei über 40°C erhebliche gesundheitliche Probleme bekommen könnten, zählten nicht. Wie schrieb einer? „Man könne ja einen Eimer Wasser an den Spielfeldrand stellen“.

In einem Kommentar bezeichnete ich dann einige der Schreiber als Kleingeister (Definition nach Duden: beschränkter, engstirniger Mensch). Dazu stehe ich noch immer.

Was dann allerdings geschah war des Guten zu viel. Über mich brach ein so genannter Shit-Storm herein. Im Sozialen Netzwerk (wieso nennt man das eigentlich sozial?) und Foren ging es über mich her. Kurzfristig wurde mit diebischer Freude ein „Kleingeisterturnier organisiert“. Mit Häme wurde alles kommentiert. Selbst ein DPV-Vizepräsident war sich nicht zu schade dabei mitzumachen. Als ich mir dann noch erlaubte über die gesundheitlichen Probleme einer Spielerin bei der Quali am folgenden Sonntag zu berichten, war es dann endgültig geschehen. Wird man im Internet fertig gemacht kann man sich nicht mehr wehren. Es wurde so schlimm, dass selbst meine Familie und einige Freunde darunter leiden mussten.

Ich habe mich in vielen Jahren immer sehr engagiert für den Pétanquesport in Deutschland eingebracht. Vielleicht nicht immer richtig und erfolgreich. Doch mit großer Freude und vor allem uneigennützig. Auch früher habe ich schon mal Schelte abbekommen. Aber das mir diesen Sommer passierte ist zu viel.

Solange ich Deutschland Boule und kein Pétanque gespielt wird werde ich hier keine einzige Kugel mehr werfen. Nächstes Jahr nehme ich eine Lizenz in Frankreich und werde dort auch spielen. Hier bei uns geht es doch für eine Mehrheit nicht um den Sport sondern um Party machen. Was ist der Grund dass es praktisch keine Lizenzturniere gibt? Nicht einmal im Ligabetrieb ist es möglich diszipliniert zu spielen. Trikotpflicht, Alkohol- und Rauchverbot ständig ignoriert. Schiedsrichter sind nur Messdiener die ansonsten bitte schön den Mund halten sollen.

Nicht das der Eindruck entsteht, dass ich alle über einen Kamm scheren will. Es gibt viele Spielerinnen und Spieler denen es um den Sport geht. Aber die Party-, Haligali und Prosecco-Fraktion hat hier das sagen.

Und das ist nicht mehr meine Welt. Die Vorfälle der letzten Wochen haben mir sehr zu denken gegeben. Daher mein Entschluss. Ich weiß in Frankreich ist auch nicht alles Gold. Aber bei einem kleinen Campingplatzturnier herrscht dort mehr Disziplin und wird das besser Reglement beachtet, wie hier bei Großveranstaltungen.

Dazu kommt noch die Tour de Boule. Mit viel Spaß an der Sache habe ich die Turniere organisiert. Keinen Cent habe ich dafür erhalten oder verlangt. Im Gegenteil ich habe sogar beigelegt. Aber das war es mir wert. Das im ersten Jahr nicht alles rund laufen würde war von Anfang an klar. Es gab einiges an konstruktiver Kritik. Die habe ich gerne aufgenommen und zum Teil auch gleich umgesetzt. Aber auch hier wurde zum Teil heftig auf mich einprügelt. Die angekündigte Verschiebung des Finales löste noch einmal, zum Teil sehr böse, Kritik aus.

Um es kurz zu machen, ich bin nach den ganzen Vorgängen nicht in der Lage das Finale durchzuführen. Darum ist es ganz einfach,

Das Finale der Tour de Boule ist abgesagt und wird auch nicht stattfinden.

Keine Angst, ich werde mich nicht an dem angesparten Preisgeld bereichern. In den letzten Tagen habe ich es in verschiedene Sammelbüchsen, die in diversen Geschäften stehen, verteilt. So hat die zum Beispiel die Hornbach Stiftung „Menschen in Not“, die Paula Wittenbergstiftung oder der Kinderschutzbund davon profitiert. Die letzten Euro die ich davon noch habe, werden heute noch verteilt.

Dann ist das Thema für mich gegessen. Es freut mich, dass ich einigen Menschen wohl nie mehr begegnen werde. Gerade die egoistischen Teilnehmer des Kleingeisterturnier. Auf Euch kann ich verzichten.
Bei anderen tut es mir sehr leid. Ich habe viele nette Menschen auf den Plätzen kennen gelernt. Aus einigen haben sich Freundschaften fürs Leben entwickelt. Dafür bin ich dankbar.

Eines möchte ich noch loswerden. Es tut mir unendlich und von Herzen leid, dass ich damals Fam. K. geholfen habe Meico als Präsident abzusägen. Dies würde ich heute sicherlich nicht mehr tun.

Ein letztes Wort zu meiner Homepage. Inzwischen ist bei der Anzahl der Länder die hundert deutlich überschritten. Sie war eine er meist gelesenen in Deutschland. Danke an die treuen „Fans“. Es hat Spaß gemacht für Euch die Infos zu sammeln und zu veröffentlichen.

So jetzt können sich ein paar noch einmal das Maul zerreisen und dann ist es vorbei.